Was diesen Blog ausmacht.

Er ist ein Blog als Kunstprojekt.

 

Blogs mit täglichen Zeichnungen gibt es viele. Zusätzlich versehen mit  Textfragmenten selten. Plötzlich wird man in eigene Erlebniswelten gerissen. Man driftet ab, schreitet von einem zum nächsten Bild und lässt sich in eigene Gefühls- und Gedankenwelten gleiten. Die abgebildeten Personen werden zu alten Bekannten. Situationen werden mit eigenem Erleben abgeglichen.

 

Der Maler, Illustrator und Designer Cornelius (bürgerlich P. Cornelius Rinne) hat es sich zur Aufgabe gemacht für täglichen Nachschub zu sorgen. Neben Alltäglichem werden auch schon mal Allegorien zu Themen der Zeit gesucht. Aktzeichnungen werden mit neuen Inhalten belegt. Es wird in die Gedanken der Gezeichneten hineingehört. Alles entsteht mit viel Freiraum für die Kreativität des Betrachters. Genau das ist Hauptanliegen für das gesamte Projekt. 

 

Gehen wir von der Theorie aus, das Kunst der Prozess ist, den ein schaffender Mensch durchlebt. Dann findet der Prozess Manifestierung in dem Werk, das am Ende als Dokument bleibt. Dies arbeitet Cornelius in den einzelnen Tagwerke heraus. Er versucht zu verdeutlichen, dass der Schaffende, nach Abschluss der Arbeit, selbst zum Benutzer dieser wird. Dieses veranschaulicht er durch Texte, die nach Abschluss des Bildes und aus dessen Wirkung heraus entstehen. Er dreht somit den Prozess der Illustration dahin gehend um, dass der Text die Illustration des Bildes wird.

 

Allerdings werden, innerhalb des Blogs, Text und Bild zur Einheit. Sie verschmelzen zu einem Gesamteindruck für die Besucher und entführen diese in eigene Gedankenwelten. Das aber ist, nach Cornelius‘ Verständnis, auch ein wesentlicher Punkt der Kunst ausmacht. Sei es Text, Musik, Bewegung, Bilder, Plastiken all dies muss nach seinem Verständnis so initial aufgeladen sein, dass auch beim Benutzer ein Prozess ausgelöst wird.

 

In Cornelius‘ Moleskine setzt er bewusst auf das Skizzenhafte, sehr selten nur bringt er Proben auf anderen Materialien ein, meist benutzt er Skizzenpapier. Dem entsprechend, sind auch die Texte hingeworfene Fragmente. Man könnte den Blog also mit einem unplugged Konzert in der Musikszene vergleichen. Es geht um die schnellen, intuitiven Momente, die bei ihm ein Initial setzten. Momente aus denen heraus er zum Stift oder Pinsel griff und diese festhielt. Momente die jeder von uns täglich erlebt, diese aber nicht dokumentiert und die dann für uns häufig verloren sind.

 

Cornelius nimmt uns die Arbeit ab, denn wenn wir Bild schauend und Text lesend in uns hinein horchen, finden wir diese Momente oft wieder. Wir reagieren darauf mit all unserer Emotion, mit unserer Intuition, mit  dem ganzen Spektrum unseres Wissens. Es geht nicht um schön oder hässlich, um gut oder schlecht, es geht um das Hineinhören in sein eigenes Ich und das bewusste Erleben seiner selbst. Da nicht alle gleiche Momente erlebten, werden unsere Reaktionen auch unterschiedlich sein. 

 

Suchen sie also Ihre Momente .

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