Baladenabend

Er schaut nach links und schaut nach rechts, er denkt sich wirklich auch nichts schlechts. Steht hier auf all der Bühnen Bretter, das Publikum scharrt, wird auch nicht netter. Wartet ab wie ihr gleich staunt, ihm Raum wirds unruhig und es raunt. Er hebt jetzt an zu der Ballade, ach hoffentlich wird es nicht zum Schade:

WerreitetsospätdurchNachtundWind?
EsistderVatermitseinemKind;
erhatdenKnabenwohlindemArm,
erfaßtihnsicher,erhältihnwarm.

„MeinSohn,wasbirgstdusobangdeinGesicht?“
„Siehst,Vater,dudenErlkönignicht?
DenErlenkönigmitKronundSchweif?“
„MeinSohn,esisteinNebelstreif.“

„DuliebesKind,komm,gehmitmir!
GarschöneSpielespielichmitdir;
manchbunteBlumensindandemStrand,
meineMutterhatmanchgüldenGewand.“

„MeinVater,meinVater,undhörstdunicht,
wasErlenkönigmirleiseverspricht?“
„Seiruhig,bleiberuhig,meinKind;
indürrenBlätternsäuseltderWind.“

„Willst,feinerKnabe,dumitmirgehn?
MeineTöchtersollendichwartenschön:
meineTöchterführendennächtlichenReihn
undwiegenundtanzenundsingendichein.“

„MeinVater,mein Vater,undsiehstdunichtdort
ErlkönigsTöchteramdüsternOrt?“
„MeinSohn,meinSohn,ichsehesgenau:
esscheinendiealtenWeidensograu.“-

„Ichliebedich,michreiztdeineschöneGestalt,
undbistdunichtwillig,sobrauchichGewalt.“
„MeinVater,meinVater,jetztfaßtermichan!
ErlkönighatmireinLeidsgetan!“

DemVatergrausts;erreitetgeschwind,
erhältindenArmendasächzendeKind,
erreichtdenHofmitMühundNot;
inseinenArmendasKindwartot.

Bleistift auf Skizzenpapier 29,7 x 21 cm.

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