Show down!

Er gestikuliert wild, klappert mit den Schwertern,zappelt, fuchtelt, springt herum. Laut stößt er Geräusche merkwürdigster Art hervor. Er versucht zu beeindrucken, um mit wenig Aufwand möglichst großen Gewinn zu erzielen. Hauptsache jeder schaut auf ihn und respektiert ihn. Keiner soll seine Unzulänglichkeiten bemerken. Doch ist er sich seiner Handlungsweise sicher? — Piratengehabe am Abgrund.

Aus dem Archiv von 2006, Fettstift und Aquarell auf Skizzenpapier.

Geistig umnachtet…

… so könnte es bald mit all unseren kreativen Ideen aussehen. Weder in Musik, Literatur, bildender Kunst, noch in Design könnte dann noch Geld  verdient werden, wenn nämlich das Urheberrecht ausgehöhlt wird! Genau dafür tritt aber die Spartenpartei „Piraten“ ein.

„Phantasie ist wichtiger als Wissen, denn Wissen ist begrenzt!“  sagte Albert Einstein.

Ein Satz den es meiner Ansicht nach zu verinnerlichen gilt. Von Bildungspolitikern, von Wirtschaftsfachleuten und auch von der Piratenpartei. Wir bewegen uns jetzt schon auf einem Terrain der Hobbyisierung von Leistungen und eben auch, noch verstärkt durch vermeintliche Freiheiten im Internet, von Kreativleistungen. Mittelmaß wird Standard! Nicht Qualität sondern Masse zählt. Ich muss möglichst viel haben. Viel Followers, viel Buddys, viel Zugriff auf Informationen, viele Nachrichten weiterleiten, viel vermeintliche Freiheit für meine Abnormitäten. — Ich meine wir brauchten viel Freiheit und die ist in unserer Welt gekoppelt mit finanzieller Unabhängigkeit. Unabhängigkeit für echte Phantasie. Phantasie deren Ausnutzung durch „Riten“ geregelt und ausgebildet wurde. Diesen Phantasieleistungen gilt es dann aber auch wieder ihren nötigen Wert beizumessen, dann und nur dann, erlangen wir wirkliche kulturelle Freiräume.

Die politische Entwicklung driftet aber, gerade durch Parteien wie die FDP, die Piratenpartei und den ganzen Quatsch am linken und rechten Spektrum, in eine gänzlich andere Richtung. Auch die anderen Parteien sehen nicht was sie anrichten. Eine Proteststimmung ist somit durchaus verständlich, nur wird diese Situation für mich durch Parteien wie die Piratenpartei nur dahingehend ausgenutzt möglichst viel Geld aus dem Parteien Refinanzierungsgesetz zu schöpfen. Es geht also nicht um wirkliche Interessen, sonder um rein geschäftlichen Benefit, denn sonst hätte man sich ja vielleicht mal Gedanken gemacht, wie die Künstler, deren Lieder über YouTube und ähnliche Plattformen konsumiert werden, finanziert werden sollen. Radiosender zahlen Gemagebühren und müssen Playlisten vorlegen. Was zahlen YouTube und Konsorten an die Gema? Gleiches gilt aber auch für Bilder. Allerdings sollte die Meldung bei Gema oder VG Bildkunst vielleicht auch dahingehend ein Optimum erlangen, dass Qualitäten abgeklopft werden. Es steht nicht zu vermuten, dass Physiker wie Jens Seipenbusch (Vorsitzender der Piratenpartei) ihre Forschungstätigkeit kostenfrei zur Verfügung stellen. Von Menschen in klassisch kreativen Berufen wird dies aber ständig verlangt und diese Situation würde durch die Forderungen der Piraten noch verschärft.

Zu all diesen Punkten hätte ich gern Antworten und Lösungsvorschläge der Piraten und all der anderen Parteien. Hierzu, scheint es mir, reicht aber die Phantasie nicht aus und so könnte es sein, dass wir in geistiger Schieflage verharren und drohen in kulturelle geistige Umnachtung zu fallen.

— Musste einfach mal sein! Jetzt warte ich auf eure Prügel.—