Posts Tagged ‘Livestyle’

Wirkungsrot.

10. November 2009

Xinglich rot war ständig der Eindruck, als sie im Sommermärchen fast alle Spiele richtig tippte. Jetzt setzt sie eine neue Marke, emsig, wohl bedacht, Wirkung erzielend. Sie hat einfach das Gespür für Aktionen. Sie bleibt im Gedächnis, brennt sich ein. Freudig erschöpft nimmt sie das zur Kenntnis und genießt die Ovationen.

Bleistift, Polychromo und Aquarell auf Zeichenkarton 29,7 x 21 cm.

Showschock.

7. November 2009

Sie tritt hinaus und muss den rechten Arm nach oben reißen. Gleißend treffen sie die Strahlen der Scheinwerfer. So hatte sie sich den ersten Auftritt nicht vorgestellt. Wie oft hatte sie das Posieren schon vor Spiegeln und auf dem häuslichen Flur geübt, doch jetzt ist alles live und sie bekommt einen Adrenalinschock. Reiß dich zusammen, Arm nach unten und los geht’s, auf in ein neues Leben.

Bleistift, Polychromo und Acryl auf Skizzenpapier 29,7 x 21 cm.

Preis auf Anfrage.

Statt Kaffee!

1. November 2009
Auch wenn Hannover immer auch gut zum Kaffee trinken ist musste ich eine Absage geben. Familienfeste haben immer einen Vorrang, doch aufgeschoben ist nicht aufgehoben, habe ich in Hannover doch mit dem immer und überall zeichnen Ende der 70er im Casa am Weißkreuzplatz, im Sugar und im ICI angefangen. Nur im Bistro habe ich mich nicht getraut, da gab es für das Abbilden schon mal Prügelandrohungen. — Also demnächst Kaffee in Hannover!
Bleistift, Polychromo und Aquarell auf Zeichenkarton 29,7 x 21 cm.

Blindtextdate!

30. Oktober 2009

Sitzend, mitten in der Hamburger City in einem In-Café, warten wir auf einen bis dahin rein virtuellen Kontakt. Jetzt soll Fleisch werden was bisher nur  Bits und Bytes waren. Mein gegenüber hat den Schritt schon vollzogen, denn er traf die Fee schon öfter. Ich bin gespannt wie ein Flitzebogen, wie decken sich das durch Geschreibe und Profilfotos geprägte Bild mit der Realität. Wie Gross ist die erwartete Person, welche Stimmlage hat sie, ist sie so munter wie in ihren Texten? — Ihr solltet sie selber treffen.

Bleistift, Polychromo und Aquarell auf Zeichenkarton 29,7 x 21 cm.

Nimbus 2009

15. Oktober 2009

Nie wird ihm wirklich klar warum, ist es Charme, Aussehen, Auftreten, Witz oder die Geistesgaben? Was treibt die Damenwelt nur an ihn zu hofieren? Nicht das es ihm missfiele, dennoch wüsste er gern warum. Vielleicht sollte er es einfach entspannt sehen und genießen, doch was, wenn er genau die Gabe, den Punkt an Ausstrahlung verliert. Was passiert wenn einen der umgebende Nimbus verlässt und man auf Normalmass gezogen wird? Er hat Angst vor dem Loch in das er dann fällt.

Bleistift auf Skizzenpapier 29 x 20 cm.

Erhobener Blicksitz.

14. Oktober 2009

Stehtische mit Barhockern sind etwas wunderbares. Man sitzt und dennoch hat man den Überblick eines Stehenden. Szenen und Menschen breiten sich vor einem aus, wie die Kapitel in einem Buch. Viele Anekdoten in denen man lesen kann und die zusammengehalten werden durch einen Rahmen, eine gemeinsame Handlung.

Bleistift und Textmarker  auf Zeichenkarton 28,5 x 20 cm

Der Zuhörer.

6. Oktober 2009

Aufmerksam hat er den Blick auf ihren Mund gerichtet und verfolgt jede noch so kleine Bewegung. Ernst schaut er drein, denn das war das letzte was er noch mitbekam, es geht um ein ernstes Thema. Wenn die Bewegungen der Lippen abebben, nickt er bedächtig mit dem Kopf. Hauptsache, sie hat sich alles von der Leber erzählt, und er hatte das Vergnügen ihre wundervollen Lippen in Aktion zu verfolgen.

Bleistift, Polychromo und Aquarell  auf Skizzenpapier 21 / 29 cm

Herbstkalt

5. Oktober 2009

Der Sommer sitzt ihr noch im Gedächtnis, die Kleidung mag sie noch nicht wechseln. Im letzten Moment schnappt sie sich noch einen dicken Wollschal. Nun sitzt sie im Café mit hochgezogenen Schultern und erwartet melancholisch die grauen Tage.

Bleistift auf Skizzenpapier 21 / 29 cm

Quergebürstet!

2. Oktober 2009

Das Thumel1504 in Bielefeld hat gerade ihre erste Kundenzeitschrift herausgebracht. Eine Seite wurde für ein Interview mit mir reserviert. Hier das abgedruckte Selbstportrait von mir in der Farbversion und darunter das komplette Interview, das Birte Sellmann mit mir führte:

„Ich bin schon eher quer gebürstet“

,,Das ist aber ein schönes Bild!“ – Sätze wie diesen lassen Cornelius Rinne, 53, Illustrator und Künstler in Bielefeld, zusammenzucken. Über die Betrachtungsweise von Bildern, seine Arbeit und seine Ansichten zu Bielefeld erzählt er im folgenden Interview.

Hallo, Herr Rinne. Sprechen wir über Kunst. Neulich war ich mit Freunden in einer Ausstellung. Leider muss ich sagen, dass ich mit dem meisten nichts anfangen konnte. Rote Punkte auf blauem Hintergrund: Wo ist da die Kunst?

Dazu gibt es eine lustige Geschichte (grinst): Ein Student kam etwas zu spät auf eine Vernissage, die Bilder waren schlichte, blaue Flächen. Sein Kommentar zur Veranstalterin: ,,Oh, Sie haben die Bilder schon wieder abgehängt?!“

Mein Credo: Kunst sind die Geschichten, die ein Mensch in einer selbst erfundenen Sprache erzählt! Gute Kunst ist, wenn sie etwas beim Betrachter auslöst, ob nun positiv oder negativ. Der Künstler legt mit seinem Werk eine Spur. Entscheidend ist, wie der Betrachter diese Spur aufnimmt. Ein gutes Bild muss dem Menschen etwas mit auf den Weg geben. „Was passiert mit mir?“, sollte man sich fragen, nicht: ,,Was will mir der Künstler damit sagen?“

Was macht denn einen guten Künstler aus?

Ein guter Künstler muss seinen eigenen Ausdruck finden. Als bildender Künstler sollte er zeichnen können, um Dinge zu transportieren. So, wie ja auch ein Musiker sein Instrument beherrschen muss.

Wenn ich Menschen zeichne, dann finden bei mir Geschichten und Gedanken über diese Leute im Kopf statt. Und das fließt dann eben mit ein. Natürlich ist Begeisterung wichtig, denn nur so bleibe ich dran und werde besser.

Talent?

Vielleicht 5%.

Wie sind Sie denn zur Kunst gekommen?

Ich habe zuerst Grafik-Design und Kunst in Hannover studiert. Ich wollte aber kein „Diplom-Künstler“ werden, deshalb habe ich auch keinen Abschluss in Kunst gemacht. Stattdessen habe ich 1982/83 in einer freien Kunststudiengruppe bei dem berühmten Joseph Beuys mitgearbeitet, an seiner Free International University. Auf Beuys bin ich gekommen, weil mich vor allem seine Zeichnungen fasziniert haben. Und Beuys war ein quer gebürsteter Mensch, genauso wie ich.

Seitdem arbeite ich – abgesehen von einem Ausflug in die Industrie – als freier Designer und Künstler, bis vor vier Jahren in Krefeld.

Also sind Sie Neu-Bielefelder?

Meine Frau arbeitet seit fünf Jahren als Mode-Designerin bei einem nicht unbekannten Hersteller in Halle. Und ich habe jetzt mein Designatelier in Bielefeld. Ich finde diese Stadt total unterbewertet. Mir gefällt es hier hervorragend. Ich liebe den Teutoburger Wald, der sich mitten durch die Stadt zieht. Und ich liebe es, an dieser Botoxmeile hier ein geradezu südliches Flair zu genießen.

Botoxmeile?

Na, der Gehrenberg!

Sie sitzen ja fast täglich im Thumel und zeichnen. Was genau machen Sie da?

Eines meiner Projekte ist der Internetblog „Cornelius Moleskine“ (http://corneliusmoleskine.wordpress.com). Der lebt von meinen täglichen Einträgen und Beobachtungen. Und dafür brauche ich Nachschub, also zeichne ich sehr fleißig. Neben Alltäglichem suche ich auch schon mal nach Allegorien zu Themen der Zeit. Ich höre in die Gedanken des Gezeichneten hinein. Alles entsteht mit viel Freiraum für die Kreativität des Betrachters. Genau das ist Hauptanliegen für das gesamte Projekt.

Und dann gibt es noch Ihr „Gedankenbuch“.

Weil nicht jeder im Internet aktiv ist, gibt es viele Inhalte und Zeichnungen aus den Moleskinen jetzt auch in diesem Buch. Man kann es im Buchhandel oder über amazon oder buch.de kaufen.

Kann man Ihre Bilder und Zeichnungen denn auch kaufen?

Ja klar! Gerade eben hat die Bio-Bäckerei Meffert zum Beispiel fünf Orginale von Illustrationen bei mir für eine ihrer Filialen gekauft.

Eine Frage zum Schluss: Was möchten Sie den Menschen da draußen mit auf den Weg geben!

Da halte ich es mit Joseph Beuys: Ernährt Euch mit Kunst!

Vielen Dank für das interessante Gespräch!

Lust Los.

29. September 2009

Sie stochert in ihrem Gericht herum. Ständig telefoniert er. Sie wird als Staffage einer auf Äußerlichkeiten ausgelegten Lebenslüge benutzt und anderen auch so vorgeführt. Sie stellte sich ein lustvolles, erregendes Leben vor und wurde zur Puppe.

Bleistift auf Skizzenpapier 29 x 21 cm

Kunstleid

22. September 2009

Der Künstler ist anwesend. Liest sich gut auf Einladungen zur Vernissage. Was aber passiert mit dem Künstler? Umgeben von Aura und Kribbeligkeiten schreitet er durch das Publikum und hält Smalltalk. Der Künstler als Zootier, auch wenn er eigentlich seine Bilder vorführen wollte. Der Künstler zum Anfassen. Er sucht Distanz und findet eigentlich Einsamkeit. Wo kann er Halt finden? Welche Show kann ihm Schutz gewähren? — Leiden für Kunst hatte er sich anders vorgestellt.

Kugelschreiber, Polychromo und Aquarell auf Skizzenpapier 29 x 20 cm.

Die Skizzen entstanden auf der Vernissage der Ausstellung „Mouse and Overdubs“ bei der Galerie 30works in Köln.

Kuschelichkeitsende oder die Vernissage

20. September 2009

Ihm ist bewusst, jede Eröffnung einer Ausstellung ist auch ein Ende. Bilder verlassen die Kuscheligkeit  des Ateliers und treten in die harte Realität. Er als Galerist muss dies begleiten und gleichzeitig auf den übernervösen Künstler achten. Fragen stürmen auf einen ein, keiner der Gäste darf benachteiligt sein. Arithmetisch hat man für jeden 2 Minuten. Verkäufe müssen vorbereitet werden. Gleichzeitig sollte eine Partystimmung herrschen, damit sich jeder wohl fühlt und vielleicht ein wenig länger bleibt. Eine Galerie ist kein Museum, die Fläche ist auf 30 Arbeiten beschränkt.

Bleistift, Polychromo und Aquarell auf Skizzenpapier 29 x 20 cm.

Gedankenreise

19. September 2009

Warten, er hasst es, unruhig durchschreitet er den Raum. Der Sessel sieht bequem aus. Er lässt sich hineinfallen und sitzt dem Götzen plötzlich Aug in Aug gegenüber. Erinnerung übermannt ihn. Damals, als Kind, war er immer beeindruckt gewesen von solchen Artefakten. Er konnte dabei keinen Unterscheid machen zwischen denen bei seiner Großtante und denen die es auf den Märkten in Italien und in Frankreich. Für ihn bedeuteten die Figuren immer Eintauchen in die Mystik fremder Kulturen.

Bleistift, Polychromo und Aquarell auf Skizzenpapier 29 x 20 cm.

Geisterhaft

18. September 2009

Geistert was durch alte Räume und erschreckt und amüsiert, polternd weckt es alle, die hier schlafen oder wird auch mal gestört. Ist es Wahrheit oder Traum, macht es viele unterhalten? Hier im Schloss da sind jetzt Menschen, denen fehlt Kultur enorm.

Bleistift, Polychromo und Aquarell auf Zeichenkarton ca 30 x 20 cm auf 35 x 29,7 cm.

Spätsommerdrink

11. September 2009

Faszinierend was aus südlichen Ländern in die Unwirtlichkeit der deutschen Provinz rüberschwappt. Sie hat sich die Zeit genommen und nutzt die herbstlich angehauchten Sonnenstrahlen für einen Bummel durch die Stadt. Der Taschen und Tüten schleppt sie nun schon einige und so kommt ihr das Bistro gerade recht. Ein Bitter lässt die Erinnerungen an den letzten Sommerurlaub wieder erwachen. Schön wenn all diese wunderbaren Momente immer wieder durch kleinste Dinge wach werden.

Bleistift, Polychromo und Aquarell auf Skizzenpapier 29/20 cm.

Der Weise reifet an Kritik.

10. September 2009

Drum reibe er sich an Kritik und Widerspruch, auf dass er erlange viel im eignen Ich. Vernunft sei fördernd für den Geist, doch auch dem gläubigen Mensch, gibt sie uns viel daraus zu entwickeln und so im Glauben dem Menschen nah zu sein.

Bleistift, Aquarell und Polychromo auf Zeichenkarton

Wissensbilder

9. September 2009

Wer Wissen schafft, muss sich stets bilden, denn so entsteht aus Denken und Handeln ein kosmopolitisches Gebäude, in dem später dann andere wandeln können. Auch sollte man wissen, dass solches Bild der Grundstein möge sein für Neues und dann auch allgemein Vorstellbares. Manch neues Land muss so beschritten sein.

Bleistift, Polychromo und Aquarell auf Zeichenkarton.

Freiluftdenken

8. September 2009

Im Büro ist es zu stickig und so schnappt er sich die Karteikarten und Schreibpapier und begibt sich in das nahegelegene Café. Denken geht im Freien viel besser und den köstlichen Kaffee nimmt er gern als Dreingabe. Flott schreibt er das Manuskript zusammen und zwischendurch lässt er, Gedanken anregend, den Blick gern in die Unendlichkeit gleiten. Er ist,wenn auch körperlich mitten in der Realität platziert, losgelöst vom Hier und Jetzt.

Bleistift auf Skizzenpapier

Geistreise

6. September 2009

Still setzt er sich in den gemütlichen Ohrensessel und lässt die Bilder des Sommers noch einmal vor seinem geistigen Auge entstehen. Gerade an solch frühen Herbsttagen mit ihrem Versprechen an grauer Tristess und Kälte hilft es noch einmal die Geräusche, die Lichteinfälle, den Geruch und den Geschmack des Sommers aufkommen zu lassen. Es war einfach ein wunderschöner Abend gewesen, dort im Hafen in der Bretagne bei Cidre und Moules Frites. Friedlich war es und frei von jeder Hektik wie sie jetzt eingeklemmt zwischen Sommerferien und Adventszeit immer wieder entsteht.

Bleistift, Polychromo und Aquarell auf Skizzenpapier.

Perfekt Auswärts

5. September 2009

Er hat sich voll integriert, wohnt er doch schon seit Jahren in der neuen Heimat. Er spricht die Sprache in Vollendung, weiß die Vorzüge der Küche zu genießen, hat einen großen Freundeskreis, verdient seinen Lebensunterhalt. Er ist ein Teil der Region geworden. Dennoch, immer wieder wird er von Touristen angestarrt, sein vierschrötiges Äußeres hebt sich einfach zu deutlich von den kleinen, zierlichen Einheimischen ab, das wird er nie erreichen. Ausgrenzung trotzt totaler Integration.

Bleistift au Skizzenpapier.

Das Unzufriedenheitsprinzip

3. September 2009

Schön ist es doch wenn man mit Freunden Essen geht. Man unterhält sich, lacht gemeinsam, genießt das Essen und die Getränke und denkt an nichts böses. Richtigen Spaß macht das aber erst, wenn man dies gesellige Beisammensein durch schlechte Laune und Unzufriedenheit ins Wanken bringt. Die eigene Unzufriedenheit auf andere projizieren und so Missmut verbreiten. Ein mächtiges Gefühl ;-)

Bleistift, Polychromo und Aquarell auf Skizzenpapier.

Er hat Rücken!

2. September 2009

Da schleicht er nun vorsichtig durch die Altstadt, versucht Grandezza zu bewahren, doch man sieht ihm auf jeden Schritt die Schmerzen an. Das Alter hat weder an Geist noch an Willen geknabbert, aber der Körper und das ungestüme Leben fordern ihren Tribut. Die Wirbel stehen nicht mehr übereinander und drücken vorwitzig auf die Nervenstränge. Schmerzend und Bewegungshemmend, doch deswegen nicht mehr am öffentlichen Leben teilhaben?

Bleistift auf Skizzenpapier

Festhaltungsglas

31. August 2009

Durst? Nein, Durst hat sie eigentlich nicht. Doch seit sie das Rauchen aufgab ist sie haltlos und sucht ständig nach Ersatzgegenständen. Auch wenn sie, bewusst ihres Selbst, keine Unsicherheiten zeigen müsste, so ist ein wenig Halt für die Hände, deren Platz nicht wirklich festgelegt ist, beruhigend. Ein Glas der unverfänglichen Positionierung.

Bleistift, Polychromo und Aquarell auf Skizzenpapier.

Strandhundewetter

30. August 2009

„Das ist es, leicht treibt der Wind die Wolken und lässt Feuchtigkeit auf die Erde fallen. Die Zweibeiner verlassen fluchtartig den Strand, nur meine bleiben. Sie sind abgehärtet, da sie täglich mit mir raus müssen — bei jedem Wetter. Auch wollen sie mir etwas gönnen und dafür liebe ich sie. Endlich ist Strandhundewetter ohne die ätzend heiße Sonne und die vielen verrückten Hominiden. So liebe ich das Leben!

Bleistift, Polychromo und Aquarell auf Skizzenpapier.

Auri destructivi.

27. August 2009

Ganz miese Aura. Wen man auf den Typ auch noch im Ausland trifft, bloß Abstand halten, der versucht alles nach seiner Facon zu drehen. Den kann man echt nicht gebrauchen, weiß alles besser, jogged täglich und hält sich für die sanfte Ausgeburt des Absoluten — Absolut brutal.

Bleistift, Polychromo und Aquarell auf Skizzenpapier.

Marktgenuss

25. August 2009

Hach, ist das toll, keine Schüler, kein Stress, kein Unterricht. Er hat den Beutel auf den Rücken geschnallt und läuft in geziemendem Tempo zum nächsten Flecken, in dem heute Markttag ist. Was für ein Genuss, wenn sich die Zeit nicht überschlägt und einen kein Druck nach vorn peitscht. „Ich hätte gern den, nein den, vielleicht doch beide?“ Frischer Käse vom Erzeuger hat etwas Göttliches.

Bleistift, Polychromo und Aquarell auf Skizzenpapier.

Vorteilserkenntnis

24. August 2009

Cool positioniert er sich gegenüber der Boutique, er hat keine Lust, sich in das enge Gedränge aus Kleiderständern und aufgeregten Frauen zu begeben. Sollen die Mädels sich doch gütlich halten. Wenn es noch nicht einmal eine kleine Ecke für männliche Mode gibt, was soll er da? Dann sich doch lieber hier draussen anstarren lassen, zum Beispiel von der netten Kleinen da drüben. — Man muss nur Vorteile erkennen.

Bleistift, Polychromo und Aquarell auf Skizzenpapier.

Glamourfees Suche.

22. August 2009

Sich stilisierend hastet sie durch die unterschiedlichsten Medien, ständig auf der Suche nach Anerkennung, dabei andere, denen sie sich überlegen fühlt oder von denen sie kritisiert wird, abkanzelnd. Richtig schlecht ist sie dabei nicht, aber von wirklicher Könnerschaft dennoch weit entfernt, fehlt ihr doch die nötige Portion Selbstironie. Allein erkennt sie, dass die Zeit der Glamourfee abgelaufen ist und so versucht sie es nun mit dem Strohhut und Banalintellektualität.  – Arme Else!

Bleistift, Polychromo und Aquarell auf Skizzenpapier.

Strandshowfrust

19. August 2009

Sie schreitet den Strand endlang und alle Männerhälse werden länger. Schön langsam und wiegend in den Hüften. Der Sohn stößt den Vater an. „Guck doch mal, schau nur, sowas habe ich noch nicht gesehen, sieht die stark aus!“ Der Vater schiebt die Sonnenbrille hoch und grunzt: „Schönheit ist vergänglich und die ist auch nur aufgesetzt, schau einfach mal genau hin. Allein diese grausamen Jacketkronen. Was manche Menschen sich auf ihre Oberfläche einbilden, jetzt lass mich lesen, ich hab keine Lust auf diese Strandshow!“

Bleistift, Polychromo und Aquarell auf Skizzenpapier.

Sonnenkraft

17. August 2009

Noch ein mal. Sie richtet sich auf, der Sonne entgegen. All die Wärme will sie mitnehmen in den langen, kalten Winter. Die Ferien sind vorbei und erste kribbelnde Unruhe steigt in Ihr auf. Jetzt kommt die Zeit in der sie wieder von Termin zu Termin gehetzt wird. Aufreibend und kraftzehrend ohne Stop bis Weihnachten.

Aquarell auf Skizzenpapier

Artenzuordnung

15. August 2009

Es ist doch ganz simpel, auf der roten Couch führt man sich auf wie ein Gimpel und wird einer besonderen Art zugeordnet.

Bleistift, Polychromo und Aquarell auf Skizzenpapier