Posts Tagged ‘Galerie’

Der Bildbetrachter

14. November 2009

Da steht er, die Kölschflache in der Hand starrt er auf das Bild. Was Kollegen so zusammenmalen. Glücklicher Weise gibt es auf Vernissagen wenigstens etwas zu trinken und das für Noppes. Sonst würde er dies Getue, das er zur Kontaktpflege immer wieder auf sich nehmen muss, niemals überstehen. Hoffentlich ist er bald wieder im Atelier vor seinen Bildern.

Bleistift auf Skizzenpapier 28 x 20 cm.

Wirkungsrot.

10. November 2009

Xinglich rot war ständig der Eindruck, als sie im Sommermärchen fast alle Spiele richtig tippte. Jetzt setzt sie eine neue Marke, emsig, wohl bedacht, Wirkung erzielend. Sie hat einfach das Gespür für Aktionen. Sie bleibt im Gedächnis, brennt sich ein. Freudig erschöpft nimmt sie das zur Kenntnis und genießt die Ovationen.

Bleistift, Polychromo und Aquarell auf Zeichenkarton 29,7 x 21 cm.

Kunstleid

22. September 2009

Der Künstler ist anwesend. Liest sich gut auf Einladungen zur Vernissage. Was aber passiert mit dem Künstler? Umgeben von Aura und Kribbeligkeiten schreitet er durch das Publikum und hält Smalltalk. Der Künstler als Zootier, auch wenn er eigentlich seine Bilder vorführen wollte. Der Künstler zum Anfassen. Er sucht Distanz und findet eigentlich Einsamkeit. Wo kann er Halt finden? Welche Show kann ihm Schutz gewähren? — Leiden für Kunst hatte er sich anders vorgestellt.

Kugelschreiber, Polychromo und Aquarell auf Skizzenpapier 29 x 20 cm.

Die Skizzen entstanden auf der Vernissage der Ausstellung „Mouse and Overdubs“ bei der Galerie 30works in Köln.

Austellungbesuchspremiere

21. September 2009

Was hat er sich wieder antun lassen? Die Fahrt in die große Stadt. All diese wuseligen Menschen. Dann hat sie auch noch auf den Besuch dieser Vernissage bestanden. Beim Ankommen wurde ihm sofort ein Glas Sekt in die Hand gedrückt. Diese Bilder waren auch merkwürdig. Perfekt ausgeführt und riesengroß, dennoch sah es eher aus wie Kindergemale. Was soll das? Wer sagt ihm was der Künstler sagen will? Aha, das spielt keine Rolle. Er soll doch bitte in sich hinein horchen, was mit ihm beim Betrachten der Bilder passiert. Schönes Parkett ist das hier, was da wohl für ein Lack drauf ist?

Kugelschreiber, Polychromo und Aquarell auf Skizzenpapier 29 x 20 cm.

Kuschelichkeitsende oder die Vernissage

20. September 2009

Ihm ist bewusst, jede Eröffnung einer Ausstellung ist auch ein Ende. Bilder verlassen die Kuscheligkeit  des Ateliers und treten in die harte Realität. Er als Galerist muss dies begleiten und gleichzeitig auf den übernervösen Künstler achten. Fragen stürmen auf einen ein, keiner der Gäste darf benachteiligt sein. Arithmetisch hat man für jeden 2 Minuten. Verkäufe müssen vorbereitet werden. Gleichzeitig sollte eine Partystimmung herrschen, damit sich jeder wohl fühlt und vielleicht ein wenig länger bleibt. Eine Galerie ist kein Museum, die Fläche ist auf 30 Arbeiten beschränkt.

Bleistift, Polychromo und Aquarell auf Skizzenpapier 29 x 20 cm.

Meeses Coup!

19. Juli 2009

Plötzlich kommt sie um die Ecke und er steht mit seiner kolossalen Körperlichkeit vor ihr. Diese Spannung im Körper dieser durchdringende Blick. Sie ist auf vieles vorbereitet in der  Jonathan Meese Ausstellung „Erzstaat Atlantis“. Das hat sie aber nicht erwartet. Dieser Wächter ist das Fleisch gewordene Gegenstück zu Meeses Plastiken. Wie bekommt Meese nur solche Coups immer wieder gelandet?

Bleistift, Polychromo und Aquarell auf Zeichenkarton.

Arbeiterhand im Denkerland

17. Juni 2009

Wenn man davor steht glaubt man es kaum. Das Synonym für den denkenden Menschen, die berühmte Bronze von August Rodin hat nicht etwa vergeistigte, feingliedrige, sensible Hände, sondern welche mit denen das Zupacken nicht schwer fällt. Dicht genug an die Plastik herangetreten wird sogar das Denken verdeckt und es entstehen sehr reale Ansichten.

Bleistift, Polychromo und Aquarell auf Skizzenpapier.

Kunstwacht

26. April 2009

Für sie sind solche Massenveranstaltungen der absolute Graus. Keine Ruhe um wirklich über die Wirkung der Bilder zu diskutieren. Schaupublikum drängt wirkliche Interessenten ab. Mengen schieben sich an Bildern vorbei, ohne Wirkungen wahrzunehmen. Dennoch man kann sich nicht verweigern, man muss diese Veranstaltungen stoisch an sich vorüber ziehen lassen, entgegen seinem Wesen abschreckend schauen und sich nicht in Gespräche ziehen lassen. Es kommen auch ergiebigere Tage.

Bleistift und Aquarellfarbe auf Skizzenpapier

Dies ist das vorerst letzte Bild mit Kunstkapitalisierern, da heute die ART Cologne 2009 die Pforten schließt. Es mag sein das die Serie fortgesetzt wird.

Eigenartinszenator

25. April 2009

Ganz ohne Pult, posierend, steht er da und wartet auf das nächste Gebot. Wichtig, fast vom Objekt ablenkend. Er bestimmt die Show. Er ist der Star. „höre ich noch was, sie können mich hier nicht so stehen lassen, kommen Sie da geht noch etwas. Der Herr dort rechts 15.500, die Dame 16.000. Wo sind die  17.000? Ah hier drüben und die Dame,17.500,. — Nichts mehr? — Zum ersten, wirklich kein Gebot mehr? — Zum Zweiten und zum — Dritten! Das Bild geht an die Dame.“ 

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Bleistift und Acryl auf Zeichenkarton.

Kunstkapitalisierer

23. April 2009

 

Er presst das Handy an das Ohr. „Bitte, kannst du das noch einmal wiederholen, was ist da zu haben?“ Ihm schießt sofort eine Liste mit möglichen Sammlern durch den Kopf. Vielleicht besser das Werk noch auf Halde. Den Preis durch gezieltes Platzieren in Ausstellungen nach oben treiben. Er hat ja alle Möglichkeiten. Er ist die Institution, auf die jeder schaut. „Ist das Werk schon bewertet worden? Wer hat es sich angeschaut? Die Echtheit ist unbestritten?“ Er lauscht gespannt den Antworten und zieht nervös an der Zigarette. „Was soll es kosten?“ Wieder ein Zug an der Zigarette. „Wenn ich schnell zusage, ist da noch etwas drin oderist der Preis zementiert?“ Er geht schnell hin und her, zieht verstärkt die Blicke der anderen auf sich. „Gut, gib mir die Nummer, ich rufe ihn persönlich an.“ Er notiert die Nummer im Moleskine und begibt sich eiligen Schrittes nach draußen.

War man gerade wirklich Zeuge der Kapitalisierung eines Kunstwerkes geworden? Oder ist dies nur eine verknappte Vorstellung eines wesentlich komplizierteren  Vorgangs? 

Bleistift auf Skizzenpapier

Absatzzufriedenheit

22. April 2009

Das ist ein Foto wert. Zufrieden verschränkt er die Arme vor der Brust. Er hat den richtigen Riecher gehabt vor zehn Jahren. Keiner kannte den Künstler, aber er hatte sich etliche Bilder gesichert und in seinen Fundus genommen. Jetzt war es an der Zeit und das Investment hatte sich voll ausgezahlt. Für ihn ging es beruhigt weiter, er konnte in Neues investieren, den Markt vorantreiben.

Bleistift, Acryl und Aquarell auf Zeichenkarton