Posts Tagged ‘Ausstellung’

Powerspur

24. Oktober 2009

Er hat so viel Elan und ist von seinem Tun so begeistert, dass nur expressives Spurenerzeugen seiner Person gerecht wird. Er steht vor einem und alles deutet an: „Ich werde es tun und es wird erfolgreich sein.“ Mitgenommene werden mitgerissen, alles andere wird überrollt. Das Ziel und die Idee werden in Kommunikation gebracht  und so wird die Handlungsspur vorgezeichnet.

Bleistift und Fettkreide auf Skizzenpapier 29,7 x 21 cm.

Kuschelichkeitsende oder die Vernissage

20. September 2009

Ihm ist bewusst, jede Eröffnung einer Ausstellung ist auch ein Ende. Bilder verlassen die Kuscheligkeit  des Ateliers und treten in die harte Realität. Er als Galerist muss dies begleiten und gleichzeitig auf den übernervösen Künstler achten. Fragen stürmen auf einen ein, keiner der Gäste darf benachteiligt sein. Arithmetisch hat man für jeden 2 Minuten. Verkäufe müssen vorbereitet werden. Gleichzeitig sollte eine Partystimmung herrschen, damit sich jeder wohl fühlt und vielleicht ein wenig länger bleibt. Eine Galerie ist kein Museum, die Fläche ist auf 30 Arbeiten beschränkt.

Bleistift, Polychromo und Aquarell auf Skizzenpapier 29 x 20 cm.

Festhaltungsglas

31. August 2009

Durst? Nein, Durst hat sie eigentlich nicht. Doch seit sie das Rauchen aufgab ist sie haltlos und sucht ständig nach Ersatzgegenständen. Auch wenn sie, bewusst ihres Selbst, keine Unsicherheiten zeigen müsste, so ist ein wenig Halt für die Hände, deren Platz nicht wirklich festgelegt ist, beruhigend. Ein Glas der unverfänglichen Positionierung.

Bleistift, Polychromo und Aquarell auf Skizzenpapier.

Meeses Coup!

19. Juli 2009

Plötzlich kommt sie um die Ecke und er steht mit seiner kolossalen Körperlichkeit vor ihr. Diese Spannung im Körper dieser durchdringende Blick. Sie ist auf vieles vorbereitet in der  Jonathan Meese Ausstellung „Erzstaat Atlantis“. Das hat sie aber nicht erwartet. Dieser Wächter ist das Fleisch gewordene Gegenstück zu Meeses Plastiken. Wie bekommt Meese nur solche Coups immer wieder gelandet?

Bleistift, Polychromo und Aquarell auf Zeichenkarton.

Flora international.

12. Juli 2009

Er trit durch das schwere eiserne Tor in eine Welt voll Mystik und fantastischer Gebilde. Hier hat ein Fürst sein streben nach Weltoffenheit ausgelebt. Diese Düfte und Farben, und diese betörenden Winkel mit Pflanzen aus den verborgensten Winkeln der Welt.

Bleistift, Olkreide und Aquarell auf Skizzenpapier

Schlossgeheimnis

11. Juni 2009

Am Rande der norddeutschen Tiefebene, erste Mittelgebirge tun sich auf. Der Mittellandkanal durchschneidet die Landschaft. Ein herrschaftliches Anwesen. Man denkt an Kühe, Pferde in gestrecktem Galopp und Kutschen. Alles wirkt konservativ und gediegen. Hier aber sitz diese Firma http://www.anthologiequartett.de/ger/unternehmen_0.html . Beeindruckendes das man eher in Metropolen wie Düsseldorf, Hamburg oder Berlin erwarten würde.

Bleistift, Polychromo und Aquarell auf Skizzenpapier.

Strahlende Skepsis.

30. Mai 2009

” Aus Zeitmangel nachträglich erstellt.”

Er sitzt da, gerade hat er sich noch durch eine Ausstellung bewegt. Sein Aussehen wird als strahlend bezeichnet, doch nun, die bewegenden Bilder noch vor Augen, drückt er auch anderes mit seiner Haltung aus. Skepsis ob Schönheit alles ist macht sich in ihm breit.

Bleistzift und Aquarell auf Zeichenkarton.

Kulturnervgang

24. Mai 2009

Was für eine Anstrengung. Man freut sich auf einen entspannenden Gang auf einer sonntäglichen Kulturveranstaltung, klar mit den Kindern, die gehören doch jetzt immer dazu. Und dann das! „Papa, ich kann nicht mehr laufen.“ Ich will ein Eis!“ „Gibt es nicht, Willi ist im Keller.“ „Bääääh alle bekommen Eis nur ich nicht.“ „Dahinten ist Musik, komm Papa.“ — Schön als man sich noch ganz der Kultur widmen konnte, man sollte zu einer Trennung kommen. — Spricht es und macht die Fehler beim nächsten mal wieder.

Bleistift auf Skizzenpapier.

Selbstgehörnter

2. Mai 2009

Da steht er vor seinem Werk. Er hat versucht eine Allegorie zu schaffen. Die Biblische Geschichte verachtend hat er ein goldenes Kalb produziert. Nun steht es hier und die Kunstschickeria tanzt um es herum. Er merkt wie dümmlich und platt er symbolisiert und das im dies, toppend, von der Gesellschaft widergespiegelt wird. Er schaut genaiuso dumm aus der Wäsche, den er merkt das er sich selbst Hörner wie eine Narrenkappe übergestreift hat.

Bleistift, Polychromo und Aquarell auf Zeichenkarton.

Kunstwacht

26. April 2009

Für sie sind solche Massenveranstaltungen der absolute Graus. Keine Ruhe um wirklich über die Wirkung der Bilder zu diskutieren. Schaupublikum drängt wirkliche Interessenten ab. Mengen schieben sich an Bildern vorbei, ohne Wirkungen wahrzunehmen. Dennoch man kann sich nicht verweigern, man muss diese Veranstaltungen stoisch an sich vorüber ziehen lassen, entgegen seinem Wesen abschreckend schauen und sich nicht in Gespräche ziehen lassen. Es kommen auch ergiebigere Tage.

Bleistift und Aquarellfarbe auf Skizzenpapier

Dies ist das vorerst letzte Bild mit Kunstkapitalisierern, da heute die ART Cologne 2009 die Pforten schließt. Es mag sein das die Serie fortgesetzt wird.

Grandart

24. April 2009

Da sitzt er nun. Wie viele dieser Eröffnungen hat er schon hinter sich gebracht? Früher war er wie der Wirbelwind durch die Gäste getobt. Überall bereit für ein paar Worte und immer bedacht auf den wichtigen Moment. Jetzt kann er es sich leisten abseits das Treiben zu beobachten. Die wichtigen Momente kommen jetzt zu ihm und es sind weiß Gott nicht weniger als früher.

Bleistift und Jaxonkreiden auf Zeichenkarton.

Kunstkapitalisierer

23. April 2009

 

Er presst das Handy an das Ohr. „Bitte, kannst du das noch einmal wiederholen, was ist da zu haben?“ Ihm schießt sofort eine Liste mit möglichen Sammlern durch den Kopf. Vielleicht besser das Werk noch auf Halde. Den Preis durch gezieltes Platzieren in Ausstellungen nach oben treiben. Er hat ja alle Möglichkeiten. Er ist die Institution, auf die jeder schaut. „Ist das Werk schon bewertet worden? Wer hat es sich angeschaut? Die Echtheit ist unbestritten?“ Er lauscht gespannt den Antworten und zieht nervös an der Zigarette. „Was soll es kosten?“ Wieder ein Zug an der Zigarette. „Wenn ich schnell zusage, ist da noch etwas drin oderist der Preis zementiert?“ Er geht schnell hin und her, zieht verstärkt die Blicke der anderen auf sich. „Gut, gib mir die Nummer, ich rufe ihn persönlich an.“ Er notiert die Nummer im Moleskine und begibt sich eiligen Schrittes nach draußen.

War man gerade wirklich Zeuge der Kapitalisierung eines Kunstwerkes geworden? Oder ist dies nur eine verknappte Vorstellung eines wesentlich komplizierteren  Vorgangs? 

Bleistift auf Skizzenpapier

Absatzzufriedenheit

22. April 2009

Das ist ein Foto wert. Zufrieden verschränkt er die Arme vor der Brust. Er hat den richtigen Riecher gehabt vor zehn Jahren. Keiner kannte den Künstler, aber er hatte sich etliche Bilder gesichert und in seinen Fundus genommen. Jetzt war es an der Zeit und das Investment hatte sich voll ausgezahlt. Für ihn ging es beruhigt weiter, er konnte in Neues investieren, den Markt vorantreiben.

Bleistift, Acryl und Aquarell auf Zeichenkarton