Archiv für August, 2009

Festhaltungsglas

31. August 2009

Durst? Nein, Durst hat sie eigentlich nicht. Doch seit sie das Rauchen aufgab ist sie haltlos und sucht ständig nach Ersatzgegenständen. Auch wenn sie, bewusst ihres Selbst, keine Unsicherheiten zeigen müsste, so ist ein wenig Halt für die Hände, deren Platz nicht wirklich festgelegt ist, beruhigend. Ein Glas der unverfänglichen Positionierung.

Bleistift, Polychromo und Aquarell auf Skizzenpapier.

Strandhundewetter

30. August 2009

„Das ist es, leicht treibt der Wind die Wolken und lässt Feuchtigkeit auf die Erde fallen. Die Zweibeiner verlassen fluchtartig den Strand, nur meine bleiben. Sie sind abgehärtet, da sie täglich mit mir raus müssen — bei jedem Wetter. Auch wollen sie mir etwas gönnen und dafür liebe ich sie. Endlich ist Strandhundewetter ohne die ätzend heiße Sonne und die vielen verrückten Hominiden. So liebe ich das Leben!

Bleistift, Polychromo und Aquarell auf Skizzenpapier.

Hundsallein

29. August 2009

„Gibt es das, es ist Wochenende, die ganze Familie hat frei und ich muss allein auf der Decke liegen, weil alle irgendwo umtriebig sind. Hundsallein — Hundsgemein!“

Bleistift, Polychromo und Aquarell auf Skizzenpapier.

Der geheime Rat.

28. August 2009

„Schweige Du, was ich Dir sage, ist nicht bestimmt in vieler Ohr!“ Starr richtet er den Blick in die Unendlichkeit und versucht sich auszumalen, welche Pein ihn mit dieser Bürde überkommen soll. Er, der doch immer geneigt ist, zu fabulieren, mitzuteilen, in Vision die Realität erscheinen zu lassen. — Schweigen, da der erteilte Rat ein geheimer ist, nur für Eingeweihte bestimmt. Möge der Allmächtige ihm Stärke geben.

Bleistift, Polychromo und Aquarell auf Zeichenkarton.

Zum 260. Geburtstag

Auri destructivi.

27. August 2009

Ganz miese Aura. Wen man auf den Typ auch noch im Ausland trifft, bloß Abstand halten, der versucht alles nach seiner Facon zu drehen. Den kann man echt nicht gebrauchen, weiß alles besser, jogged täglich und hält sich für die sanfte Ausgeburt des Absoluten — Absolut brutal.

Bleistift, Polychromo und Aquarell auf Skizzenpapier.

Speicherformen

26. August 2009

Nur Farbe und Gesten auf das Papier, Bewegungen und Intentionen folgen, aus sich heraus etwas tun. Das ist seine Absicht. Doch was ist da nur alles gespeichert, die Farbwahl entspricht wieder seinem Standard, und auch die Bewegungen und Gesten haben bestimmte Formen in sein Schema eingebrannt. Nicht er abstrahiert die Wirklichkeit, sondern die in ihm gespeicherten Bewegungen drängen in reale Bezüge. Formen und Gesten, denkt er sich, sind Teil meiner Aktionen geworden, sie bestimmen mein Denken und Handeln.

Aquarell auf Skizzenpapier.

Für Michele für all die Mühen!

Marktgenuss

25. August 2009

Hach, ist das toll, keine Schüler, kein Stress, kein Unterricht. Er hat den Beutel auf den Rücken geschnallt und läuft in geziemendem Tempo zum nächsten Flecken, in dem heute Markttag ist. Was für ein Genuss, wenn sich die Zeit nicht überschlägt und einen kein Druck nach vorn peitscht. „Ich hätte gern den, nein den, vielleicht doch beide?“ Frischer Käse vom Erzeuger hat etwas Göttliches.

Bleistift, Polychromo und Aquarell auf Skizzenpapier.

Vorteilserkenntnis

24. August 2009

Cool positioniert er sich gegenüber der Boutique, er hat keine Lust, sich in das enge Gedränge aus Kleiderständern und aufgeregten Frauen zu begeben. Sollen die Mädels sich doch gütlich halten. Wenn es noch nicht einmal eine kleine Ecke für männliche Mode gibt, was soll er da? Dann sich doch lieber hier draussen anstarren lassen, zum Beispiel von der netten Kleinen da drüben. — Man muss nur Vorteile erkennen.

Bleistift, Polychromo und Aquarell auf Skizzenpapier.

Strandflucht

23. August 2009

Aufgewühlt schnappt er sich Fahrrad und Drachen und fährt mit steigender Geschwindigkeit dem verlassenen Strand entgegen. Er braucht Abstand, er braucht Gedanken, frei fliegend und dennoch gelenkt, initiiert vom Wind der Augenblicke. Jede Bewegung führt zu neuen Kurven, so ist er losgelöst vom Alltag.

Den freien Fluss der Naturgewalten nutzt er wie den Wind, die Leine und den Drachen, er folgt den Kurven und erschließt sich den Freiraum.Er reagiert auf gedankliche Böen und vergisst das Normale. Losgelöst und trotzdem eingebunden.

Er lernt aus den Verschlingungen und findet so - steigend, fallend, zerrend, kreiselnd, stehend – zu seinen eigenen Gedanken.

Bleistift, Polychromo und Aquarell auf Skizzenpapier.

Glamourfees Suche.

22. August 2009

Sich stilisierend hastet sie durch die unterschiedlichsten Medien, ständig auf der Suche nach Anerkennung, dabei andere, denen sie sich überlegen fühlt oder von denen sie kritisiert wird, abkanzelnd. Richtig schlecht ist sie dabei nicht, aber von wirklicher Könnerschaft dennoch weit entfernt, fehlt ihr doch die nötige Portion Selbstironie. Allein erkennt sie, dass die Zeit der Glamourfee abgelaufen ist und so versucht sie es nun mit dem Strohhut und Banalintellektualität.  – Arme Else!

Bleistift, Polychromo und Aquarell auf Skizzenpapier.

Spureneinsatz

21. August 2009

Er bückt sich nach vorn, um am Lager der Walze zu ziehen, um diese in Bewegung zu versetzen und so eine Spur zu hinterlassen. Schwerfällig setzt sich die Walze in Bewegung und schnell beginnt der Rücken zu schmerzen. Spuren zu hinterlassen fordert vollen Einsatz.

Aquarell auf Skizzenpapier.

Für Michael, Michele und Heiko.

Staatsmännisch unsicher.

20. August 2009

Seine Gedanken kreisen immer wieder um das, was Menschen ausmacht und was sie befähigt Großes, unmöglich Geglaubtes zu tun. Was stellen diese Menschen dar? Was treibt sie an? Ihm kommt schemenhaft das Bild aus dem Geschichtsunterricht in den Kopf. Ein begnadeter Staatsmann, der viel zu früh starb, wie gesagt wird. Immer ist er in erhabener Pose zu sehen. Doch woher nahm er die Kraft, wann stand auch er mal nachdenkend, vielleicht gar unsicher dar? Welche Prüfungen haben ihn so stark gemacht?

Bleistift, Polychromo und Aquarell auf Skizzenpapier.

Strandshowfrust

19. August 2009

Sie schreitet den Strand endlang und alle Männerhälse werden länger. Schön langsam und wiegend in den Hüften. Der Sohn stößt den Vater an. „Guck doch mal, schau nur, sowas habe ich noch nicht gesehen, sieht die stark aus!“ Der Vater schiebt die Sonnenbrille hoch und grunzt: „Schönheit ist vergänglich und die ist auch nur aufgesetzt, schau einfach mal genau hin. Allein diese grausamen Jacketkronen. Was manche Menschen sich auf ihre Oberfläche einbilden, jetzt lass mich lesen, ich hab keine Lust auf diese Strandshow!“

Bleistift, Polychromo und Aquarell auf Skizzenpapier.

Abwartezeit

18. August 2009

In die Ecke seiner geistigen Vorstellung hat er sich zurückgezogen und lässt demütig die Zeitstriche der Wartezeit vorbei gleiten. Immer wieder unterbrochen von Momenten des Selbstzweifels und der aufkeimenden Unruhe ermahnt er sich zu Bescheidenheit und Verinnerlichung. Man muss einfach lernen die richtige Zeit abzuwarten und manche Dinge offen auf sich zukommen zu lassen.

Aquarell auf Skizzenpapier

Sonnenkraft

17. August 2009

Noch ein mal. Sie richtet sich auf, der Sonne entgegen. All die Wärme will sie mitnehmen in den langen, kalten Winter. Die Ferien sind vorbei und erste kribbelnde Unruhe steigt in Ihr auf. Jetzt kommt die Zeit in der sie wieder von Termin zu Termin gehetzt wird. Aufreibend und kraftzehrend ohne Stop bis Weihnachten.

Aquarell auf Skizzenpapier

„Haste gelitten!“

16. August 2009

Frech schaut er seinem Vater, der ihn gerade zurechtweist, in die Augen, grinst ihn an und nutzt mit seiner sich überschlagenden Stimme die Müdigkeit des Erwachsenen aus. Er hat ja fast die gesamte, lange Fahrt über geschlafen, während sein Erzeuger die Strecke bewältigen musste, immer konzentriert auf den Verkehr. — „Tja, haste gelitten!“

Bleistift, Polychromo und Aquarell auf Skizzenpapier.

Artenzuordnung

15. August 2009

Es ist doch ganz simpel, auf der roten Couch führt man sich auf wie ein Gimpel und wird einer besonderen Art zugeordnet.

Bleistift, Polychromo und Aquarell auf Skizzenpapier

Hafenstress

14. August 2009

Er sitzt fest. Das Café an der Mole wird für die nächsten Tage sein Ankerplatz. Ihm war die Schot gerissen und der Mast zu Bruch gegangen. Neugierig und auch neidisch schaut er zu den kommenden und gehenden Booten.

Bleistift, Polychromo und Aquarell auf Skizzenpapier

Spiegeltanz

13. August 2009

Hin und her, drehend, wippend, selbstverliebt — Dreivierteltakt der Eitelkeit.

Bleistift, Polychromo und Aquarell auf Zeichenkarton.

ERWISCHT!

12. August 2009

Schnell dreht sie sich zur Seite und versucht ihr Gesicht zu verbergen. Hoffentlich erkennt sie niemand. Sie wollte doch nur…

Bleistift und Stockmarkreide auf Torchonpapier

Pizza in Nizza

11. August 2009

Nizza frisst Piza und trinkt Wein — so soll es sein!

Fineliner und Tusche

Ab Warten

10. August 2009

Hinstellen, ein Bein hoch, was passiert? Abwarten

Fineliner und Tusche

Selbstgefallender Gesang

9. August 2009

Einfach mal das Mikrofon ergreifen und verstärkte Töne in melodischer Form von sich geben. Ob es wem gefällt? Ja, mir.

Fineliner und Tusche

Meditativer Rückblick

8. August 2009

Noch einmal nimmt Sie die Haltung ein, die sie schon in den 70ern des letzten Jahrhunderts so oft und immer wieder von den Zeichnenden geliebt einnahm. Sie begibt sich so auf eine Meditative Zeitreise.

Bleistift auf Skizzenpapier

Podesterhöht

7. August 2009

Auf dem Podest eine niedrige Bank, so dass die Erhöhung durch das Podest relativiert wird. Es ist immer ein Zusammenspiel aller Elemente.

Bleistift auf Skizzenpapier

In sich gekehrt

6. August 2009

Was geht sie das alles an? Sie steckt den Kopf zwischen die Beine und wartet ab. Nur sie ist wichtig.

Aquarell

Die blaue Bank

5. August 2009

Sie hat sich auf der Bank nieder gelassen und schaut in die Unendlichkeit. Beine, Arme und Kopf bilden ein Dreieck und so nimmt ihre innere Ruhe auch in der Form Ruhe ein.

Aquarell

Spannungsmacht

4. August 2009

Tief gebeugt, die Hände dicht am Kopf, den Stahl packend, drückt er spannungsgebend mit all seiner Kraft vorwärts. Er ist es, der sagt, wann es genug ist, denn seine Kraft ist die Macht der Spannung

Bleistift, Buntstift und Acryl auf Bütten.

Momentdynamik

3. August 2009

Zurück in die Hocke, in kreisender Bewegung wird das Objekt herangeholt. Komm, komm zu mir und demonstriere die Dynamik des Momentes.

Bleistift, Buntstift und Acryl auf Bütten

Spannungskreuzung

2. August 2009

Sie reißt die Arme kreuzend nach oben und und dreht Ihren Körper spannungsreich von ihm weg. Virtuelle Energien durchfließen ihre Hände und geben ihr Halt in Zeit und Raum.

Bleistift, Buntstift und Acryl auf Bütten

Auch Einer, der Schweizertag!

1. August 2009

Jeder kennt die Geschichte, dafür hat schon der Schiller gesorgt. Doch beherbergt die Schweiz und speziell der Luzerner See auch die Bilder von Friedrich Theodor Vischer, die dieser in seinem Roman „Auch Einer“, heraufbeschwor. In jedem Fall gibt es heute ein nationales Fest in der Schweiz, dazu alles Gute.

Bleistift, Polychromo und Aquarell auf Zeichenkarton.

Für Carina!